Erst als ich den Kreisverkehr durchfahren und mich gerade wieder aufgerichtet hatte, wurde mir klar, dass der R32 für den Kampf gebaut wurde.
Mein Kumpel Tom fuhr seinen aufgemotzten R32 und nahm mich auf eine Probefahrt mit. Obwohl ich wusste, dass diese Autos schnell waren, hatte ich noch nie das turboaufgeladene RB26 erlebt, das den Asphalt so zerfetzt.
Clevererweise verteilte das ATTESA-System das Drehmoment unmerklich auf alle vier Räder – was hilfreich war, da es leicht nieselte.
Atemberaubende Leistung, die einem die Knöchel weiß werden lässt, dafür ist der Nissan Skyline R32 GT-R bekannt. Und obwohl er Anfang der 90er Jahre gebaut wurde, ist er über 20 Jahre später immer noch ein einstimmiger Maßstab für die gesamte Enthusiastenwelt, was Leistung, zielgerichtetes Design und das Flair angeht, das man von einem klassischen Performance-Auto erwartet.

WAFFENFÄHIGE ENTWICKLUNG
Der R32 GT-R kam 1989 mit einer sehr spezifischen Mission auf den Markt: alles andere auf der Rennstrecke zu vernichten. Nissan hatte das Auto als Rennwaffe entwickelt – hauptsächlich, um die Dominanz in der Japan Touring Car Championship zurückzugewinnen, wo Rivalen ungehindert fuhren. Der Name GT-R war seit 1973 inaktiv gewesen, und als er zurückkehrte, kehrte er wütend zurück.
Sein Herzstück war der heute legendäre RB26DETT – ein 2,6-Liter-Reihensechszylinder mit zwei Turboladern und einer Werksleistung von 276 PS (die damalige japanische Gentlemen's Agreement-Obergrenze, die allgemein als höfliche Untertreibung verstanden wurde). Der Block war aus Gusseisen, geschlossen, praktisch unzerstörbar. Der Kopf atmete frei. Es war die Art von Motor, von der Tuner träumen – starke Basis, massiver Spielraum, die Art von Plattform, auf der man unbegrenzt aufbauen kann.
Um diesen Motor herum baute Nissan ein ausgeklügeltes Allradsystem namens ATTESA E-TS, das das Drehmoment dynamisch von vorne nach hinten verteilte. Sie fügten die HICAS-Allradlenkung hinzu. Sie gaben dem Auto breitere Kotflügel, eine muskulöse Statur und Klappscheinwerfer, die wie guter Wein reiften. Der R32 war schnell, heldenhaft und komplett.
GEWINNEN: DIE WÖRTERBUCHDEFINITION
Die Rennbilanz ist fast absurd. Von 1990 bis 1994 nahm der R32 an 29 JTCC-Rennen teil und gewann alle 29. Jedes einzelne. Dann überquerte er die Hemisphären und tat dasselbe in Australien – er gewann das Bathurst 1000 in den Jahren 1991 und 1992, wo er das Feld so überzeugend überrundete, dass die australische Motorpresse seinen heute ikonischen Spitznamen prägte: Godzilla.
Der Name blieb haften. Das Monster aus Japan war angekommen, und es war unbesiegbar.
In den Straßen Tokios wurde der R32 derweil zu einem Eckpfeiler der japanischen Underground-Highway-Kultur – derselben schattenhaften Welt des Mid Night Club und der Wangan-Legenden, die uns so viel von dem gab, was wir an der JDM-Autokultur lieben.
EINE WAHRE IKONE DER 2000ER-JAHRE-KULTUR
Das Besondere am R32 GT-R ist: Er gelangte ins Bewusstsein einer ganzen Generation über Bildschirme, bevor die meisten ihn jemals persönlich sahen. Gran Turismo. Die frühe Fast and Furious-Ära. Japanische Importmagazine, die wie Schmuggelware herumgereicht wurden. Millionen von Kindern wuchsen mit dem Wunsch nach einem GT-R auf, so wie frühere Generationen einen 911 oder eine Cobra wollten – mit einem Hunger, der nie wirklich verschwindet.
Diese Kinder sind jetzt erwachsen und kaufen. Hagerty berichtet, dass über 50 % der R32-Versicherungsangebote von Millennials stammen, weitere 30 % von der Gen-Z. Dies ist kein typisches Sammlerauto für grauhaarige. Der R32 GT-R hat wohl die jüngste, leidenschaftlichste Besitzergemeinschaft aller Klassiker auf dem aktuellen Markt – die Art von Gemeinschaft, die bei Trackdays auftaucht, mit Bedacht modifiziert und über ihre Autos spricht, als würden sie über ein Teammitglied sprechen.
Der Skyline R32 GT-R ist keine polierte Trophäe, die man in einer klimatisierten Garage parkt und bewundert. Er ist eine Fahrermaschine – rau, zielstrebig, zutiefst mechanisch auf eine Weise, wie moderne Performance-Autos es einfach nicht sind. Er verlangt etwas von dir. Und er gibt etwas zurück, das schwer zu erklären ist, wenn man es nicht gefühlt hat.
Dieser Austausch zwischen Fahrer und Maschine, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ist der ganze Punkt. Deshalb lesen wir das hier. Deshalb existiert der R32.




